Es gibt die Vorstellung, dass die besten Kulturen lange, heiße Sommer brauchen. Für Hanf stimmt das nicht ganz. Was eine Blüte formt, ist nicht die Wärme. Es ist das Licht – wie viel davon die Pflanze einsammeln kann und wie dieses Licht zusammengesetzt ist. Und gerade Licht hat der Norden im Überfluss, richtig gemessen.
Die Saison ist kurz. Die Tage sind es nicht.
Gotland liegt auf dem 57. Breitengrad. Die Anbausaison ist hier eng – der Frost zieht spät ab und kehrt früh zurück. Doch mitten in diesem Fenster steht die Sonne fast achtzehn Stunden am Stück am Himmel. Eine Pflanze auf Gotland erhält im Juni mehr Lichtstunden pro Tag als dieselbe Pflanze weit im Süden mitten in deren Sommer.
Hanf liest genau diese Tageslänge. Die Pflanze vegetiert und baut während der langen Tage Struktur auf und beginnt zu blühen, wenn das Licht zu schwinden beginnt. Das Ergebnis einer nordischen Saison ist daher keine Pflanze, die lange und träge gewachsen ist, sondern eine, die intensiv und konzentriert gewachsen ist – viel Licht, kurze Zeit, dichte Entwicklung. Mehr dazu haben wir in Hanf und der nordische Sommer geschrieben.
Was die Forschung tatsächlich zeigt
Eine 2025 in Scientific Reports veröffentlichte Studie (Zheng u. a.) isolierte die Rolle des Lichts bei der Entwicklung der Hanfblüte. Die Forscher zogen Hanf unter verschiedenen Lichtrezepten und maßen die Unterschiede.
- Mehr rotes Licht in der Wachstumsphase ergab 18 % mehr effektive Verzweigungen und eine 17,9 % schwerere Blüte gegenüber der Kontrolle – eine größere, stärker verzweigte Pflanze als Träger der Blüte.
- UV-reiches Licht während der Blüte erhöhte den Cannabinoidgehalt der Pflanze deutlich – dieselbe Art Strahlung, die in nördlicheren Breiten und in klaren, offenen Landschaften natürlich zunimmt.
Die Studie wurde in einer kontrollierten LED-Umgebung durchgeführt, nicht draußen auf einem gotländischen Feld – das muss klar gesagt sein. Aber das Prinzip, das sie auf den Tisch legt, ist dasselbe, das eine nordische Saison bestimmt: Lichtmenge und Lichtqualität entscheiden darüber, wie groß und wie ausgereift die Blüte wird. Eine offene Insellage mit langen Tagen und einem hohen Anteil an direktem, klarem Licht ist agronomisch gesehen ein gutes Lichtrezept.
Und wir haben es gemessen
Für uns ist das nicht nur Theorie. Wir nahmen denselben Hanfsamen und ließen ihn an zwei Orten wachsen – auf Gotland und in Italien – und schickten das Ergebnis zur unabhängigen Laboranalyse (HPLC-UV).
| Anbauort | CBDA (% w/w) | Methode |
|---|---|---|
| Gotland, Schweden | 8,83 | Labor-CoA, HPLC |
| Italien (Referenz) | 6,64 | HPLC-UV |
Derselbe Samen. Dieselbe Genetik. Rund 33 % mehr CBDA im gotländischen Rohstoff – der einzige Unterschied war der Ort des Wachstums und das Licht, in dem die Pflanze stand. (Den Unterschied zwischen CBDA und CBD erklären wir in CBDA und CBD.)
Die Analyse ist einsehbar. Der Laborbericht (CoA) für Premium CBD-Hanf liegt offen auf der Produktseite, und der vollständige Vergleich ist in Der nordische Klimavorteil beschrieben.
Warum eine offene Insellandschaft zählt
Gotland ist flach, windexponiert und vom Meer umgeben. Das bedeutet wenig Schatten, wenige hohe Hindernisse und Licht, das von einer hellen Landschaft zurückreflektiert wird. Die Pflanze steht selten in jemandes Schatten. Die Kombination aus Breitengrad und offener Lage ergibt eine Lichtumgebung, die auf einem eingeschlossenen kontinentalen Feld kaum nachzubilden ist. Das ist die Umgebung, in der der Hanf auf Gotland reift – und das ist der Rohstoff, den Helsama veredelt.
Vom Feld zum fertigen Rohstoff
Der Hanf wird auf Gotland von den Landwirten angebaut, von denen wir den Rohstoff beziehen. Helsama veredelt ihn anschließend in Estland weiter, wo die Blüte getrocknet und zum fertigen Produkt verarbeitet wird. Wir erheben keinen Anspruch darauf, das Land zu besitzen oder den Hof zu führen – unsere Arbeit beginnt, wenn die Ernte eingebracht ist, und besteht darin, das zu bewahren, was die kurze, helle Saison bereits in die Pflanze eingebaut hat.
Das kurze nordische Sommerfenster ist keine Einschränkung, die kompensiert werden müsste. In Licht gemessen ist es einer der großzügigsten Standorte, an denen eine Hanfpflanze stehen kann.
Quelle: Zheng, Q. u. a. „Combination of red and UV-A light enhances hemp (Cannabis sativa L.) inflorescence yield and cannabinoid content." Scientific Reports 15, 44735 (2025). nature.com
