Oxytocin wird oft als „Liebeshormon“ bezeichnet. Es wird bei Berührung, Vertrauen, Sicherheit und in engen Beziehungen freigesetzt – wenn wir Bindungen zu anderen Menschen und Tieren aufbauen. Oxytocin hilft uns, eine Bindung herzustellen, doch die moderne Forschung zeigt etwas Wichtiges:
Oxytocin erzeugt das Gefühl sozialer Belohnung nicht allein.
Die schwedische Oxytocin-Forscherin Kerstin Uvnäs-Moberg beschreibt die Rolle von Oxytocin so:
„Oxytocin ist ein Hormon für Ruhe, Zuneigung und Regeneration.“
Doch wie wird dieses Signal zu einer tatsächlichen Gefühlserfahrung im Körper?
Die entscheidende Verbindung: das Endocannabinoid-System
Im Körper existiert das Endocannabinoid-System – ein biologisches Regulierungssystem, das dem Körper hilft, das Gleichgewicht im Nervensystem aufrechtzuerhalten, welches seinerseits alles steuert.
Das System verwendet körpereigene Botenstoffe, die Cannabinoiden aus Pflanzen ähneln. Einer der wichtigsten ist Anandamid, manchmal als „Glücksmolekül“ bezeichnet.
Und hier kommt die entscheidende Entdeckung.
Was die Forschung deutlich zeigt
Die vielzitierte Studie „Endocannabinoid signaling mediates oxytocin-driven social reward“ (PNAS, 2015) zeigt, dass:
- Oxytocin wird bei positivem sozialen Kontakt freigesetzt
- Oxytocin erhöht die Konzentration von Anandamid im Gehirn
- Anandamid aktiviert Cannabinoid-Rezeptoren (CB1)
- Dies ist notwendig, damit sozialer Kontakt als belohnend empfunden wird
Die Forschenden fassen dies deutlich zusammen:
„An oxytocin-dependent endocannabinoid signal contributes to the regulation of social reward.“
Mit anderen Worten: Oxytocin sendet das Signal der Sicherheit, während das Endocannabinoid-System dieses Signal fühlbar macht.
Ohne dieses System verschwindet das belohnende Gefühl sozialer Nähe.
Wissenschaftliches Highlight
Studien, hauptsächlich an Tieren, haben gezeigt, dass Oxytocin das Endocannabinoid-System in spezifischen Hirnregionen beeinflussen kann, die mit sozialer Motivation und Belohnung verbunden sind. Wie diese Mechanismen beim Menschen funktionieren, ist jedoch weiterhin Gegenstand der Forschung.
(Quelle: Wei et al., 2015, PNAS – PMC4653148)
Wo kommt CBD ins Spiel?
CBD (Cannabidiol) ist nicht Oxytocin und schafft für sich genommen keine Bindung. Es interagiert jedoch indirekt mit dem Endocannabinoid-System.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass CBD:
- Die körpereigenen Anandamid-Spiegel unterstützen
- Zu einem Gleichgewicht in stress- und emotionsregulierenden Schaltkreisen beitragen
- Die natürlichen Regenerationsprozesse des Körpers fördern
Kerstin Uvnäs-Moberg beschreibt die Wirkungen von Oxytocin wie folgt:
„Die Aktivierung des Oxytocin-Systems bewirkt Anti-Stress-Effekte, mehr Ruhe und ein Gefühl der Sicherheit.“
CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System, das an der allgemeinen Balance und Stressreaktion des Körpers beteiligt ist.
Kurzzusammenfassung
- Oxytocin signalisiert Sicherheit, Nähe und Bindung
- Das Endocannabinoid-System macht diese Signale erlebbar
- CBD kann dieses System unterstützen, indem es das körpereigene Gleichgewicht fördert
Referenzen
- Wei D. et al. (2015). Endocannabinoid signaling mediates oxytocin-driven social reward. PNAS. PMC4653148
- Uvnäs-Moberg K. (1998). Oxytocin may mediate the benefits of positive social interaction and emotions. Psychoneuroendocrinology
- Uvnäs-Moberg K. (2003). The Oxytocin Factor.
Wissenschaftliche Abgrenzung
Die in diesem Artikel beschriebenen Mechanismen basieren weitgehend auf präklinischer Forschung und Beobachtungsstudien. Die Zusammenhänge zwischen Oxytocin, dem Endocannabinoid-System und CBD sind komplex und beim Menschen noch nicht vollständig geklärt. Gleichzeitig laufen klinische Studien in diesem Bereich, die teilweise spätere Forschungsphasen erreicht und vielversprechende Ergebnisse berichtet haben. Diese Daten unterliegen noch der wissenschaftlichen Überprüfung und Veröffentlichung. Die Informationen in diesem Artikel dienen Bildungszwecken und sind nicht als Gesundheitsaussagen zu interpretieren.
